Rauchmelder retten Leben!
Feuerwehr rät zur Montage der kleinen LebensretterDie Zeitungsberichte über die Wohnungsbrände in Heilbronn und Weinsberg vom Januar 2008, bei der eine 58-jährige Frau und ein 44-jähriger Mann umgekommen sind, sowie die Fernsehbilder von dem verheerenden Brand eines Mehrfamilienhauses in Ludwigshafen möchte die Feuerwehr Bad Wimpfen zum Anlass nehmen, die Wichtigkeit von Rauchmeldern zu unterstreichen. In Baden-Württemberg ist die Installation der kleinen elektronischen Lebensretter zwar noch keine Pflicht, dennoch empfehlen wir allen Hausbesitzern, Mietern und Vermietern die Melder in ihren Wohnungen anzubringen. Die meisten Menschen wissen nicht, dass 95 Prozent der Brandtoten an den Folgen von Rauchvergiftungen sterben. Die meisten Unglücke geschehen dabei in der Nacht. Denn im Schlaf schalten wir unseren Geruchsinn ab und können dadurch den Brandgeruch nicht wahrnehmen. Wenn man dann erst auf Grund der aufsteigenden Hitze und der Brandgeräusche aufwacht, ist der Brand bereits so weit fortgeschritten, dass sich der Rauch und die darin enthaltenen Rauchgase bereits im gesamten Raum ausgebreitet haben. Für die meisten Betroffenen ist das zu spät. Nur wenige Atemzüge, bei denen das farb-, geruch- und geschmacklose Atemgift Kohlenstoffmonooxid eingeatmet wird, reichen aus, um einen Menschen innerhalb von ein bis zwei Minuten zu töten. Das Gift gerät in den Blutkreislauf und geht mit dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin eine viel stärkere Bindung ein, als mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff. Kohlenstoffdioxid verdrängt den Sauerstoff und lässt die betroffene Person ersticken. Mit einem Rauchmelder, den es bereits für 20 Euro zu kaufen gibt, kann dieses Risiko minimiert werden. Dieser erkennt einen Brand und die damit verbundene Rauchentwicklung frühzeitig und gibt ein Alarmsignal. Die auditive Wahrnehmung erfolgt, im Gegensatz zum Geruchssinn, auch im Schlaf, wobei das Unterbewusstsein in der Lage ist, alarmierende Geräusche von anderen zu unterscheiden.
Bei Alarmierung durch den Rauchmelder ist nichtsdestotrotz schnelles und überlegtes Handeln der Betroffenen gefragt. Die Feuerwehr gibt für solche Situationen folgende Tipps.
- Wenn das Treppenhaus nicht verraucht sein sollte, die Wohnung so schnell wie möglich über dieses verlassen, die Türen schließen und gegebenenfalls Nachbarn alarmieren. Dabei sollte niemals der Aufzug benutzt werden.
- Treppenhäuser können jedoch wie ein Kamin wirken und Rauch und Hitze sehr schnell in die oberen Stockwerke transportieren.
- Wenn das Treppenhaus verraucht ist, die Wohnungstür verschließen und mit nassen Lappen abdichten. Danach sollte man sich an einem vom Brand abgewandten Fenster positionieren und sich den Einsatzkräften bemerkbar machen.
- Befindet man sich in einem bereits verrauchten Raum, sollte man sich auf den Boden begeben und den Raum robbend mit einem nassen Tuch vor dem Mund und der Nase verlassen. Am Boden sind die Rauchgift und die Hitze am geringsten.
Auch präventive Maßnahmen können ergriffen werden um die Brandgefahr zu verringern. Zum Beispiel sollte die Kellertür immer geschlossen sein um die Kaminwirkung einzudämmen und brennbare Gegenstände sollten niemals im Treppenhaus gelagert werden. Für die Montage von Rauchmelder ist kein besonderes handwerkliches Geschick notwendig. Der Mindestschutz durch Rauchmelder wird durch Montieren eines Rauchmelders pro Etage erreicht.
Bei der Installation von Rauchmeldern sollten folgende Regeln beachtet werden um einen optimalen Schutz erwarten zu können.
- Der Rauchmelder sollte immer an der Zimmerdecke angebracht werden, da der Rauch nach oben steigt.
- Melder sollten an der Decke in der Zimmermitte bzw. 50cm von den Wänden entfernt installiert werden.
- In der Nähe von Luftschächten oder in der Dachspitze keine Melder anbringen.
- Eine Installation des Melders in Räumen, in denen normalerweise starker Dampf, Staub oder Rauch entsteht, macht wenig Sinn.
Für die Feuerwehr Bad Wimpfen ist es eine Herzensangelegenheit, unsere Mitbürger von der Sinnhaftigkeit der Rauchmelder zu überzeugen. Tun Sie sich den Gefallen und machen Sie Ihr Leben etwas sicherer, in dem Sie einen kleinen Lebensretter in ihrem Wohnraum installieren.
Pressesprecher Feuerwehr Bad Wimpfen Björn Kubach
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